Schrebergarten-
Verein Wedel e.V.
seit 1920
Kleintierhaltung im Kleingarten -
Hühner
Flagge des Schrebergarten-Vereins Wedel e. V.

SCHREBERGARTEN-VEREIN WEDEL E. V.

Merkblatt zur Kleintierhaltung „Hühner“

herausgegeben vom Schrebergarten- Verein Wedel e.V.

Zuerst einmal müssen wir ausdrücklich betonen, dass eine Kleintierhaltung nach dem BKleingG nicht statthaft ist. Unser Verein duldet allerdings die Kleintierhaltung, in einem gewissen Rahmen. Die Kleintierhaltung kann uns allerdings durch die Stadt Wedel jederzeit untersagt werden, da sie nicht im Einklang mit dem BKleingG ist.

Da wir aber ein gutes Verhältnis mit der Stadt Wedel haben und gegen eine Kleintierhaltung bisher keine Einwände vorgebracht wurden, sehen wir auch für die Zukunft keinerlei Probleme.

In diesem Zusammenhang und aufgrund aktueller Vorkommnisse werden wir aber nun auch Bedingungen an die Tierhaltung stellen. Eine Bedingung ist die zahlenmäßige Begrenzung der Kleintiere auf einer Parzelle. Die Anzahl wurde beim Tierschutz hinterfragt, um sicherzustellen, dass wir durch die Begrenzung keine neuen Probleme schaffen. Die artgerechte Haltung der Tiere sollte dabei selbstverständlich sein. Bei eklatanten Verstößen werden wir die Genehmigung widerrufen.

Grundsätzliches

Das Huhn ist zwar domestiziert, aber dennoch steckt noch viel von einem Wildtier in ihm. Und somit stellt es auch artspezifische Ansprüche an seine Haltung. Selbst in einem kleinen Garten können Hühner gehalten werden. Man sollte allerdings stets die Hühnerrasse wählen, die mit dem zur Verfügung gestellten Platz auch gut zurechtkommt.

Der zur Verfügung gestellte Platz beschränkt sich aber auf ein entsprechend eingegrenztes Areal, da wir eine komplett freilaufende Haltung auf der Parzelle nicht wünschen. Damit möchten wir auch sicherstellen, dass die Tiere auf keinen Fall in andere Gärten gelangen können, denn Hühner haben eine eigene Anschauung über das Aussehen ihres Reviers

Was gehört alles zu einer artgerechten Haltung

Ausreichend Platz für den Auslauf (entspr. Flächenangebot)
Schutz gegen Feinde von oben. Das Verhalten ist den Tieren nach wie vor angeboren. Es sollten also schutzbietende Bäume und Sträucher vorhanden sein oder eine überdachte Fläche
Genügend Platz zum scharren
Und die Möglichkeit auch ein Sandbad nehmen zu können – also entsprechende sandige Flächen vorhalten.
Das Verhältnis von Hähnen zu Hennen ist zu beachten. Das kann je nach Rasse und Größe unterschiedlich sein. Bei großen Rassen ist es z.B. 1 Hahn auf 6-7 Hennen.
Im Schrebergartenverein Wedel ist eine zahlenmäßige Begrenzung auf 7 Tiere festgeschrieben.

Wie viel Platz für die Hühnerhaltung

Natürlich ist, wie bei jedem anderen Tier auch, ein Mindestplatzangebot einzuhalten. Auch der Platzbedarf orientiert sich an der Größe und der Rasse. So benötigen z.B. Zwerghühner ein Drittel weniger des Platzbedarfs gegenüber großen Hühnerrassen. Normalerweise heißt es ja „Weniger ist mehr“ aber hier ist es natürlich auf jeden Fall umgekehrt – „je mehr, desto besser“.

Um den Platzbedarf ein wenig zu konkretisieren, gibt es natürlich auch eine Faustformel: ein großes Huhn benötigt 10 m2 an Auslauffläche. Für den Stall ist die Berechnung 1 m2 Grundfläche für maximal 5 Hühner. Die Stallfläche kann so klein bemessen werden, wenn der Auslauf dafür die entsprechende Fläche ausweist.

Achtungsymbol

Da wir bei uns im Schrebergarten-Verein Wedel maximal 7 Tiere zulassen, ergibt sich daraus folglich eine Gesamtfläche (Auslauf und Stall) von 72 m2.

Impf- und Meldepflicht bei Hühnerhaltung

Wer sich Hühner halten will, Genehmigung des Schrebergartenverein Wedel vorausgesetzt, muss auch einige rechtliche Dinge beachten. So müssen Hühner bei dem zuständigen Veterinäramt und der Tierseuchenkasse gemeldet werden. Die Meldebescheinigungen sind dem Schrebergartenvereinsvorstand in Kopie unaufgefordert auszuhändigen. Sollten bei der für uns zugelassenen Stückzahl Kosten durch die Tierseuchenkasse erhoben werden, so sind diese sehr gering und sollten von einer Haltung nicht abschrecken. Nähere Informationen können Sie sich bei der Tierseuchenkasse einholen.

Der Tierhalter hat die Pflicht alle 3 Monate seine Tiere gegen die Newcastle Krankheit zu impfen. Sollten innerhalb von 24 Stunden mindestens 3 Tiere verenden ist unverzüglich ein Tierarzt hinzuzuziehen, um die Vogelgrippe zumindest ausschließen zu können.

Auch wichtig zu wissen: die Behörden können aus tierseuchenrechtlichen Gründen eine Salmonellen-Impfung vom Halter verlangen.

Impfen hört sich immer sehr spektakulär an. Die meisten Impfungen erfolgen aber über das Trinkwasser der Tiere. Ausgenommen ist die Marek’sche Krankheit. Für die Impfung sind bestimmte Voraussetzungen zu erfüllen. Auch wie das jeweilige Serum angewendet und gelagert werden soll. Diese Informationen sollten auf jeden Fall befolgt werden.

Die Impfung gegen die Newcastle Krankheit ist gesetzlich verpflichtend, wird allerdings nicht kontrolliert – zumindest in kleinen Beständen. Es kann allerdings im Ernstfall Probleme geben, wenn die Impfungen nicht nachgewiesen werden können.

Der ideale Hühnerstall

Das Huhn stellt keine großen Ansprüche. Genügend Platz ist aber durchaus eine Forderung, Aber auch trocken und verschließbar (Mardersicher) sollte er sein. Zugluft ist etwas das Hühner so gar nicht mögen. Und wenn der Stall dann noch Sitzstangen, Futterspender, Trinkgefäße und Legenester besitzt, ist das Hühnerherz glücklich.

Zusätzlich sollte der Halter bedenken ein genügend großes Fenster in den Stall einzubauen, damit eine genügende Lichtversorgung erfolgt. Eine direkte Sonneneinstrahlung muss vermieden werden. Beachtet man das nicht, kann es zum „Federpicken“ führen.

Auch ein Sandbad wird von den Tieren gerne angenommen, falls es das nicht im Auslauf geben sollte. Somit können die Tiere ihrem Reinigungstrieb nachkommen und sich der lästigen Milben entsorgen. Das Sandbad sollte dabei idealerweise aus einer Mischung aus Quarzsand und Holzkohle bestehen.

Je nach Größe der Hühner finden auf einem Quadratmeter Stallfläche maximal 3 mittelgroße Hühner oder 5 Zwerghühner Platz.

Die Sitzstangen sollten alle auf einer Höhe montiert sein, so umgeht man eventuellen Kämpfen um den besten Sitzplatz (höchster Sitzplatz = besserer)

Hühner und der Winter

Die meisten Hühnerrassen kommen mit unseren Temperaturen im Winter zurecht. Nähere Informationen sollte man sich zuvor besorgen. Aber auch das Lichtangebot ist im Winter sehr wichtig. Daher sollte, wie bereits zuvor beschrieben, ein entsprechendes Fenster, richtig dimensioniert, eingeplant werden. Erstens können wir, den Stall nicht vernünftig beleuchten, da wir in unseren Kolonien keinen Strom besitzen und zweitens mögen die Tiere ohnehin kein grelles Licht, da sie dreimal besser sehen können als der Mensch. Idealerweise können 3-4 Watt LED verwendet werden, da diese nicht flackern wie z.B. Neonröhren. So etwas ist auch über Solaranlagen anschließbar. Als Lichtfarbe sollte hier unbedingt kaltweiß verwendet werden – es kommt dem Sonnenlicht am nächsten.

Hühner und ihre Gesundheit

Informationssymbol

Wie auch wir Menschen haben Hühner im Alter so ihre Probleme. Wie alt Hühner wirklich werden, wenn man sie lässt, weiß man allerdings trotzdem nicht genau. Realistisch ist ein Alter zwischen 5 bis 9 Jahren. Nach zwei Jahren nimmt aber auch schon die Legeleistung ab, was aber völlig normal ist und das Tier deshalb nicht krank ist. Aber auch Krankheiten oder Parasiten können für die einzelnen Tiere oder gar dem gesamten Bestand zum Problem werden. Dem vorzubeugen kann man nur durch eine artgerechte Haltung, sorgfältige Stallhygiene und Einhaltung der Impfzyklen.

Krankheiten gibt es einige. So können die Tiere z.B.

an Durchfall (viele mögliche Ursachen) leiden,
von Ektoparasiten (Milben und Flöhe die auch durchaus für den Menschen nicht angenehm sein können) befallen werden
oder Kalkbeinen (verantwortlich hierfür die Grabmilbe) leiden,
an Kokzidiose leiden (betrifft überwiegend Jungtiere in den ersten Lebenswochen),
die Mareksche Lähme bekommen (sie fangen an zu humpeln),
die Mykoplasmose (eine seuchenartige Infektion),
sich mit der gefürchteten Newcastle Krankheit infizieren (Geflügelpest oder Pseudo-Vogelpest),
an einem Schnupfen leiden (genau wie wir Menschen auch)
oder von Würmern befallen werden.

Nähere Informationen zu den einzelnen Krankheitsbildern können auf der Webseite der Quellenangabe nachlesen werden oder rechtzeitig einen Tierarzt hinzuziehen. Quellenangabe: http://www.huehner-haltung.de