SCHREBERGARTEN-VEREIN WEDEL E. V.
Merkblatt zur Kleintierhaltung „Meerschweinchen“
herausgegeben vom Schrebergarten- Verein Wedel e.V.
Zuerst einmal müssen wir ausdrücklich betonen, dass eine Kleintierhaltung nach dem BKleingG nicht statthaft ist. Unser Verein duldet allerdings die Kleintierhaltung, in einem gewissen Rahmen. Die Kleintierhaltung kann uns allerdings durch die Stadt Wedel jederzeit untersagt werden, da sie nicht im Einklang mit dem BKleingG ist.
Da wir aber ein gutes Verhältnis mit der Stadt Wedel haben und gegen eine Kleintierhaltung bisher keine Einwände vorgebracht wurden, sehen wir auch für die Zukunft keinerlei Probleme.
In diesem Zusammenhang und aufgrund aktueller Vorkommnisse werden wir aber nun auch Bedingungen an die Tierhaltung stellen. Eine Bedingung ist die zahlenmäßige Begrenzung der Kleintiere auf einer Parzelle. Die Anzahl der Tiere wurde beim Tierschutz angefragt, um sicherzustellen das wir durch die Begrenzung keine neuen Probleme schaffen. Die artgerechte Haltung der Tiere sollte dabei selbstverständlich sein. Bei eklatanten Verstößen werden wir die Genehmigung widerrufen.
Grundsätzliches
Mittlerweile erfreut sich das Meerschweinchen nicht mehr nur bei Kindern großer Beliebtheit, auch Erwachsene finden immer mehr Freude an den possierlichen Kerlchen. Aber wie bei jedem Tier müssen auch für Meerschweinchen einige Dinge beachtet und berücksichtigt werden.
Wie schon von Kaninchen bekannt, leben auch diese Nagetiere in sozialen Familienverbänden, die in freier Natur durchaus bis zu 20 Tiere groß sein können. Also stellt auch hier eine Einzelhaltung rechtlich einen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz dar.
Auch diese Tierchen müssen sich mit einigen Krankheiten plagen und sind daher auf die Hilfe ihrer Halter angewiesen.
Wenn man es richtigmacht und artgerecht mehrere Tiere hält, kann die Haltung schon recht teuer werden.
Kosten für die Haltung und Anschaffung
Wie viel Platz benötigen die Tiere
Haben die Tiere viel Auslauf, so werden pro Tier 0,5 m2 Bodenfläche gerechnet. Verbringen die Tiere hingegen den meisten Teil des Tages im Käfig, sollte bereits 1 m2 pro Tier eingeplant werden. Aber allen Rechenbeispielen zum Trotz – je mehr Fläche den Tieren zur Verfügung gestellt wird, desto artgerechter ist es.
Die Ernährung
Stimmt die Ernährung, geht es den Tieren meistens auch gut. Die Meerschweinchen stellen dabei besondere Anforderungen an ihre Nahrung. Nicht weil sie etwa Gourmets sind, sondern weil ihr Verdauungssystem sehr komplex aufgebaut ist. Aus diesem Grund sollte sich ihr Futter auch stets aus den Grundkomponenten Heu, Grün- (Wiesenpflanzen wie z.B. Sauerampfer, Kamille, Löwenzahn) und Saftfutter (Obst und Gemüse) zusammensetzen. Es ist natürlich schon selbstverständlich, dass immer sauberes Wasser in genügender Menge vorhanden ist.
Das Außengehege
Die ganzjährige Haltung im Außengehege stellt normalerweise kein Problem dar. Da wir aber hier von einer Haltung im Schrebergarten sprechen und damit auch eine tägliche Kontrolle/Fütterung stattfinden muss, auch im Winter, wäre die Haltung in den Wintermonaten wohl eher problematisch bis unrealistisch. In den Monaten Mai bis September sollte darauf geachtet werden, dass sich die Tiere bei warmem Wetter nicht überhitzen können. Es sollte daher für genügend Schattenplätze im Außengehege gesorgt werden. Auch eine abwechslungsreiche Gestaltung des Geheges beugt Langeweile vor und fördert das Wohlbefinden der Tiere.
Ganz sicher müssen die Außengehege ein- und ausbruchssicher gestaltet werden. Einbruchssicher wegen Katzen, Marder, Greifvögel, Füchse und Hunden, da sie diese Tierchen eher als willkommenen Snack betrachten – bei Hunden ist es wohl eher der Jagdtrieb.
Ein spezielles Winterfell bekommen die Tiere nicht. Auch haben die Pfoten keinen besonderen Schutz und sind daher nicht dafür ausgelegt, dass die Tiere etwa im Schnee rumtollen könnten. Da die Tiere ursprünglich aus Südamerika kommen, sollte man die Tiere im Winter nach Hause, in die warme Wohnung, holen.
Auch Meerschweinchen werden krank
Die Krankheitsbilder sind vielfältig. Für viele Krankheitsbilder kann man im Internet nachlesen was zu tun wäre, oder man hat bereits eigene Erfahrungen gemacht. Eine genaue Diagnose kann aber mit Sicherheit nur ein Tierarzt stellen und die geeigneten Maßnahmen ergreifen/empfehlen. Auch eine regelmäßige Krallenpflege sollte man durchführen und zwar immer dann, wenn die Tiere nicht auf dem natürlichen Weg ihre Krallen abwetzen können. Geübte Halter können das sicherlich auch selbst machen, zumindest kann man es sich aber vom Tierarzt zeigen lassen, denn man kann nicht einfach so schneiden. Ein Teil der Kralle ist mit Blutgefäßen versehen. Schneidet man zu hoch, werden die Tiere verletzt.
Kommunikation und Verhalten
Meerschweinchen sind kommunikativ, was auch lebenswichtig für sie ist. Das ist auch der Grund, warum wenigstens 3 Tiere zusammengehalten werden sollten. Wie bereits für Kaninchen festgestellt, gilt das natürlich auch für Meerschweinchen. Als Partner je ein Tier zu halten funktioniert nicht, da sie komplett unterschiedliche Sprachen sprechen und somit gemeinsam vereinsamen. Daher entspräche eine solche Haltung eher einer Zweckgemeinschaft. Also immer nur Tiere der gleichen Art zusammenhalten.
Ansonsten sind die Tiere sehr mitteilsam. Der Halter kann sehr schnell den Zustand seiner Tiere anhand der Laute erkennen und bei Bedarf entsprechend handeln.
Wenn ein Meerschweinchen beißen sollte, so kann das in der Intensität unterschiedlich ausfallen und aus unterschiedlichen Gründen erfolgen. Ein leichtes Kneifen benutzen die Meerschweinchen, um ihren Unmut auszudrücken. Stärkere Bisse gelten meist Kämpfen um die Rangordnung. Ein Festbeißen erfolgt nur bei großer Angst oder Wut.
Das Zusammenleben von Männchen und Weibchen
Wenn männliche und weibliche Tiere gehalten werden, sollte man über eine Kastration des Männchens nachdenken. Wenn das nicht in Frage kommen sollte, kann man sich nur noch auf reichlich Nachwuchs einstellen, inclusive dem späteren Problem „Wohin mit den Tieren“.
Quellenangabe: http://www.meerschweinsite.de